Senatssplitter Mai 2017

Senatssplitter / von Ilse Reiter-Zatloukal & Michaela Schaffhauser-Linzatti

Im Senat stand im Sommersemester 2017 neben den laufenden Curricularagenden bislang die Satzungsänderung hinsichtlich der § 99 (4) Professuren (aus unserer Sicht) im Vordergrund. Hier konnte zum einen erreicht werden, dass in den Auswahlpanels im Unterschied zu den seinerzeitigen § 99 (3)-Professuren auch eine Mitwirkung des Mittelbaus und der Studierenden vom Rektorat zugestanden wurde. Die tatsächliche Aufnahme von Mittelbauvertretern in alle drei (bereits arbeitenden) Panels für die assoziierten ProfessorInnen (Ausschreibung im Wintersemester 16/17) konnte auch gegen anfängliche Ressentiments im Senat durch Überzeugungsarbeit umgesetzt werden. Als PanelvertreterInnen des Mittelbaus wurden Kerschbaum, Reiter-Zatloukal und Schaffhauser-Linzatti gewählt. Mit einem Abschluss der Verfahren über den Sommer 2017 (bzw. zu Beginn des Wintersemesters 2017/18, je nach Einlangen der Gutachten) ist zu rechnen.
Hinsichtlich der ao. ProfessorInnen konnten wir zum einen gegen vielfältige Widerstände durchsetzen, dass eine erste Ausschreibung noch im Herbst 2017 durch das Rektorat erfolgen wird. Die Anzahl der Stellen steht noch nicht fest, wir fordern selbstverständlich für diese erste Tranche eine deutlich höhere Anzahl als bei den assoziierten ProfessorInnen, die vom Rektorat mit maximal 20 festgelegt wurde. Weiters haben wir erreicht, dass nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch die Mitwirkung in der Selbstverwaltung als zusätzliches Leistungskriterium sowohl in der Ausschreibung zu nennen als im Auswahlverfahren zu berücksichtigen ist. Wegen nicht ausräumbarer verfassungsrechtlicher Bedenken mussten wir unsere Forderung aufgeben, karenzierte ao. ProfessorInnen, die eine unbefristete Professur innehaben, von der Bewerbung auszuschließen. Die in solchen Fällen vorliegende ungleiche Ausgangssituation von BewerberInnen muss daher in den Verfahren thematisiert werden.
Derzeit bemühen wir uns um die Abschaffung oder Reform der Satzungsvorschriften betreffend das Erlöschen der Venia legendi im Sinne eines rechtsstaatlichen Prozederes.
Aktuell steht die Nachbesetzung des vierten, vom Senat zu bestimmenden Unirats-Mitglieds nach dem Ausscheiden von Dürkop-Leptihn an. Alle Mitglieder des Senats konnten dazu Vorschläge einbringen, in einer außerordentlichen Sitzung wurde eine Shortlist erstellt. Mit deutlicher Stimmenmehrheit ging aus diesem Verfahren eine von Studierendenvertretern vorgeschlagene Person hervor, die nun im Juni zu einem Hearing eingeladen wird. Die bisherigen vom Senat bestimmten Unirats-Mitglieder wurden nach vom Mittelbau initiierten kritischen Hearings mit unterschiedlich hohen Stimmenmehrheiten wiedergewählt.
Weitere künftige Themen, die in einzelnen Arbeitsgruppen unter Beteiligung des Mittelbaus bearbeitet werden, sind neue Emeritierungsrichtlinien und Regelungen für Ehrungen des Senats.

Ilse Reiter-Zatloukal & Michaela Schaffhauser-Linzatti

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Ergebnis der Wahlen zum Senat vom Mai 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wir danken unseren Wählerinnen und Wählern für ihre Stimme bei der Senatswahl, bei der wir diesmal nur ganz knapp das 3. Mandat verpasst haben. Wir werden uns bemühen, das in uns gesetzte Vertrauen in den nächsten drei Jahren zu rechtfertigten …

Anbei übermitteln wir das genaue Wahlergebnis im Vergleich zur Wahl 2013. Leider ist die Wahlbeteiligung weiter zurückgegangen (2013: 11 %, 2016: 10 % – hoffentlich nur wegen des schlechten Wetters heuer) …

Kritische Liste PLUM+ GAKU+IG LektorInnen :  368 Stimmen bzw. 58,6 % (2013: 359 Stimmen bzw. 53,42%), d.h. + 5,18%

ULV: 260 Stimmen bzw. 41,40% b (2013: 313 Stimmen bzw. 46,58%), d.h. – 5,18%

Mit den besten Grüßen

Ilse Reiter-Zatloukal und Klaus Tieber

Senatssplitter v. 2.12.2015 von Ilse Reiter-Zatloukal

Die vom Rektorat vorgeschlagenen Änderungen des Organisationsplanes stellten den meist diskutierten Tagesordnungspunkt der Sitzung vom 26. November 2015 dar. Die wichtigsten Ergebnisse der regen Diskussionen waren folgende:

Hinsichtlich des vorgeschlagenen neuen § 5 Abs. 4a, der das Rektorat ermächtigen sollte, nach Anhörung der Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren die Funktion der Leiterin oder des Leiters einer Fakultät und eines Zentrums einmalig um bis zu ein Jahr zu verlängern, kamen Senat und Rektorat darin überein, dass die Verlängerungsmöglichkeit nur für die Leiterin oder des Leiters eines Zentrums, nicht aber einer Fakultät gelten wird.

  • 9 Abs. 1 (alt) sah bislang die Einrichtung einer Forschungsplattform für die Dauer von drei Jahren mit Option einer Verlängerung auf sechs Jahre nach einer Evaluierung vor. Nunmehr soll eine Verlängerung auf weitere zwei Jahre möglich sein, und zwar nach ursprünglichem Vorschlag des Rektorats, wenn ein „Anschlussprojekt in Aussicht ist“t. Der Senat hingegen schlägt dem Rektorat die Formulierung vor, dass „eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Realisierung eines gleichrangigen Anschlussprojekts gegeben“ sein muss.
  • 9 Abs. 2 normiert die Möglichkeit, Forschungsplattformen nach Abschluss der sechsjährigen Förderung in Forschungszentren zu überführen. Neu ist nun, dass auch erfolgreiche FWF-Spezialforschungsbereiche oder ähnliche kompetitiv eingeworbene Großprojekte nach Abschluss der Förderung in Forschungszentren überführt werden können.

Der neue Abs. 3 des § 17 soll der Regelung in der UG-Novelle nach Eingliederung des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (IÖG) in die Universität als Organisationseinheit tragen. Da das UG 02 den Begriff Organisationseinheit nicht definiert, der Organisationsplan diesen jedoch mit Fakultät oder Zentrum festlegt, ging die Diskussion vor allem um die Frage, ob die Eingliederung in Gleichordnung mit den Fakultäten und Zentren oder in Unterordnung unter die phil.-hist. Fakultät geschehen soll. Das Rektorat vertrat den Standpunkt, dass angesichts der nur geringen personalrechtlichen Auswirkungen nur eine Eingliederung in eine Fakultät aus pragmatischen Gründen geboten erscheine, von Mitgliedern des Senats wurden einerseits die Vorteile einer Inkorporation des IÖG in die Fakultät hervorgehoben, andererseits Bedenken gegen die Rechtskonformität der vorgeschlagenen Änderungen erhoben.

Der Senat schlug in seiner Stellungnahme dem Rektorat schließlich einzelne (insbes. die angesprochenen) Umformulierungen vor und stimmte ansonsten den vom Rektorat vorgeschlagenen Änderung mehrheitlich zu.

Senats-Infosplitter von Ilse Reiter-Zatloukal

Neuer Senatsvorsitz In der Senatssitzung vom 15. Oktober 2015 war die Funktion des Senatsvorsitzes neu zu wählen, da die bisherige Vorsitzende, Gabriele Kucsko-Stadlmayr, mit November 2015 das Amt einer Richterin am Europäischen Gerichshof für Menschenrechte in Straßburg antritt.

Wie Mittelbau und Studierenden am Beginn der Senatswoche vom Sprecher der ProfessorInnen mitgeteilt wurde, hatten sich diese auf ein Mitglied aus ihrer Gruppe, Michael Schwarz (Kunstgeschichte) geeinigt. Ganz abgesehen davon, dass der Senatsvorsitz keine automatisch der ProfessorInnenkurie zukommende Funktion ist, war damit dem vom scheidenden Mittelbaukuriensprecher Stefan Krammer geäußerten Wunsch, über den Sommer bilaterale Gespräche über mögliche KandidatInnen zu führen, nicht entsprochen worden.

In der Senatssitzung wurde dieser Professorenvorschlag dann als ein „nach Konsultationen mit den anderen Kurien“ entstandener präsentiert, was freilich nicht unwidersprochen bleiben konnte, da eben keine Gespräche mit den anderen Kurien geführt worden waren.

Im Zuge der Diskussion, in der von Seiten des Mittelbaus bedauert wurde, dass der Professorenvorschlag keine Frau enthalte, stellte sich dann erstaunlicher Weise heraus, dass nicht einmal alle Professorinnen in die kurieninternen Überlegungen nach dem künftigen Senatsvorsitz eingebunden worden waren, was wohl nicht als Paradebeispiel gelebter demokratischer Kultur innerhalb dieser Kurie bezeichnet werden kann.

An ein Statement Michael Schwarz‘, in dem dieser seine Vorstellungen über die Art der Vorsitzführung erläuterte, schloss sich eine sachorientierte Diskussion an, in der dieser u.a. betonte, die Kommunikationskultur im Senat verbessern und einen intensiven Kontakt mit allen Kurien pflegen zu wollen. Überdies erklärte er seine Bereitschaft, nach Möglichkeit der scheidenden Vorsitzenden auch in der Funktion des Sprechers der Senatsvorsitzenden der Universitäten Österreichs nachfolgen zu wollen.

Michael Schwarz wurde in geheimer Abstimmung zum neuen Senatsvorsitzenden gewählt.