Senatssplitter – § 99 (4) DozentInnen/Ao. Prof.Innen

Die letzten Senatssitzungen waren u.a. davon geprägt, dass wir für eine möglichst hohe Anzahl an auszuschreibenden § 99 (4)-Stellen für Universitätsdozentinnen und Universitätsdozenten (ao. Univ.-Prof.) sowie für auf unser Dienstrecht passende Ausschreibungstexte gekämpft haben.
Die Vorstellungen im Senat lagen leider von Anfang an inkompatibel weit auseinander. Während wir stets für eine möglichst große Anzahl an Stellen und hinsichtlich der Bewertungskriterien für ein ausgeglichenes Verhältnis von Forschung, Lehre und Verwaltung gemäß unseren Aufgaben eintraten (wie wir dies zuvor auch in der entsprechenden Satzungsbestimmung durchsetzen konnten), wurde von den VertreterInnen der berufenen ProfessorInnen stets die Forschungsleistung als primär ausschlaggebend erachtet; auch sollte sich nach deren Ansicht die Anzahl der Stellen an den Assoz.-Professuren orientieren und diese am besten gar nicht übersteigen. Das Rektorat hatte zunächst eine großzügige Linie in Aussicht gestellt, diese dann aber von entsprechenden Abstimmungsmehrheiten im Senat abhängig gemacht.
Die von uns geforderten 40 (und später als Kompromissvorschlag auf 35
reduzierten) Stellen hatten bedauerlicher Weise von Anfang an keine Chance auf Stimmenmehrheit, da aus Sicht der VertreterInnen der berufenen ProfessorInnen „die Gefahr [besteht], dass die Zahl nicht nur als eine Begrenzung, sondern gleichzeitig auch als Richtwert verstanden wird, und Qualitätskriterien bei der Ausschöpfung dieser Zahl eine zu geringe Rolle spielen.“ Dies könne auch nicht gegenüber denjenigen Assoz.-Prof. gerechtfertigt werden, die bei der rezenten § 99 (4)-Ausschreibung nicht zum Zug gekommen seien, obwohl sie im Unterschied zu den ao. Univ.-Prof. international kompetitive Verfahren durchlaufen hätten.
Angesichts der Aussichtslosigkeit, eine Stimmenmehrheit für mehr als 30 Stellen zu erhalten, haben wir nach langen Diskussionen auf eine Kampfabstimmung verzichtet, da ansonsten die VertreterInnen der berufenen ProfessorInnen nicht einmal der von ihnen selbst vorgeschlagenen Minimalvariante zugestimmt hätten. Dieser Vorschlag bestand darin, dem Rektor seitens des Senats die nachdrückliche Empfehlung zu geben, bei einer hohen Zahl an hochqualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern im Zuge der rollierenden Entwicklungsplanung bis zu zehn weitere Stellen innerhalb eines Jahres nach der ersten Ausschreibung auszuschreiben und ein analoges Verfahren zu eröffnen.
Dieser mehrheitlich gefasste Beschluss, mit dem die Hoffnung auf weitere Stellen vorhanden ist, wurde dem Rektor übermittelt, der laut Vorsitzendem des Senates das Ergebnis „so genommen“ habe. Das Prozedere und der Ausschreibungstext orientieren sich nach dem Verfahren für die Assoziierten Professorinnen und Professoren.

Die Ausschreibung geht lt. Rektorat am 8.1. online und ist bis 1.3.2018 offen!

Für diejenigen, die im Status der ao. Univ.-Professur verbleiben, konnten wir folgenden Passus im neuen Entwicklungsplan verankern: „Zur Erfüllung dieser Aufgaben ist ein entsprechend ausgestattetes Umfeld notwendig“, was wenigstens einen (wenn auch nur bescheidenen) Ansatz für mögliche Ressourcenzuteilungen darstellt.

I. Reiter-Zatloukal & M. Schaffhauser-Linzatti

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Einladung: ARBEITSPLATZ UNIVERSITÄT: (UN)BEFRISTETES „VERGNÜGEN“?

Die Fraktion GAKU-PLUM-IG, die seit 2004 die Mehrheit im Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal der Universität Wien stellt, lädt zu einer Diskussionsveranstaltung:

29. November 2017
18 Uhr
Aula am Campus der Universität Wien
1090 Wien, Spitalgasse 2
(Eingang im Durchgang zwischen Hof 1 und Hof 7)

Aufbauend auf einem Impulsreferat des bekannten Bildungsforschers Dr. Hans Pechar (ao. Univ.-Prof. i.R. vom Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung der Alpen-Adria Universität Klagenfurt), wollen wir mit Ihnen über Ihre Erfahrungen an einem Arbeitsplatz an einer Universität und an der Universität Wien im Besonderen diskutieren und Strategien zur Lösung besprechen.

Wo Wissenschaft draufsteht, ist an der Universität vergleichsweise selten das Vergnügen drin, das die Wissenschaft uns verheißt. Oder sollte das nur eine verzerrte Wahrnehmung sein, die bei Anlaufstellen wie dem Betriebsrat entsteht? In der Politik spielen Universitäten bestenfalls über die Themen Studiengebühren und Bildungsrankings eine Rolle, wie der heurige Wahlkampf wieder einmal bewiesen hat. Was ist Ihre Meinung zu Problemen wie den gering bezahlten Minijobs an Universitäten, den Befristungen, dem Überhandnehmen von Verwaltungsaufgaben und einer Lehre, die immer öfter als Abstellgleis der Forschung wahrgenommen wird? Was kann/soll man tun, um hier Abhilfe zu schaffen?

Die Veranstaltung endet in Gesprächen bei Brot und Wein.
Wir freuen uns auf und über zahlreiches Erscheinen!

Senatssplitter Mai 2017

Senatssplitter / von Ilse Reiter-Zatloukal & Michaela Schaffhauser-Linzatti

Im Senat stand im Sommersemester 2017 neben den laufenden Curricularagenden bislang die Satzungsänderung hinsichtlich der § 99 (4) Professuren (aus unserer Sicht) im Vordergrund. Hier konnte zum einen erreicht werden, dass in den Auswahlpanels im Unterschied zu den seinerzeitigen § 99 (3)-Professuren auch eine Mitwirkung des Mittelbaus und der Studierenden vom Rektorat zugestanden wurde. Die tatsächliche Aufnahme von Mittelbauvertretern in alle drei (bereits arbeitenden) Panels für die assoziierten ProfessorInnen (Ausschreibung im Wintersemester 16/17) konnte auch gegen anfängliche Ressentiments im Senat durch Überzeugungsarbeit umgesetzt werden. Als PanelvertreterInnen des Mittelbaus wurden Kerschbaum, Reiter-Zatloukal und Schaffhauser-Linzatti gewählt. Mit einem Abschluss der Verfahren über den Sommer 2017 (bzw. zu Beginn des Wintersemesters 2017/18, je nach Einlangen der Gutachten) ist zu rechnen.
Hinsichtlich der ao. ProfessorInnen konnten wir zum einen gegen vielfältige Widerstände durchsetzen, dass eine erste Ausschreibung noch im Herbst 2017 durch das Rektorat erfolgen wird. Die Anzahl der Stellen steht noch nicht fest, wir fordern selbstverständlich für diese erste Tranche eine deutlich höhere Anzahl als bei den assoziierten ProfessorInnen, die vom Rektorat mit maximal 20 festgelegt wurde. Weiters haben wir erreicht, dass nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch die Mitwirkung in der Selbstverwaltung als zusätzliches Leistungskriterium sowohl in der Ausschreibung zu nennen als im Auswahlverfahren zu berücksichtigen ist. Wegen nicht ausräumbarer verfassungsrechtlicher Bedenken mussten wir unsere Forderung aufgeben, karenzierte ao. ProfessorInnen, die eine unbefristete Professur innehaben, von der Bewerbung auszuschließen. Die in solchen Fällen vorliegende ungleiche Ausgangssituation von BewerberInnen muss daher in den Verfahren thematisiert werden.
Derzeit bemühen wir uns um die Abschaffung oder Reform der Satzungsvorschriften betreffend das Erlöschen der Venia legendi im Sinne eines rechtsstaatlichen Prozederes.
Aktuell steht die Nachbesetzung des vierten, vom Senat zu bestimmenden Unirats-Mitglieds nach dem Ausscheiden von Dürkop-Leptihn an. Alle Mitglieder des Senats konnten dazu Vorschläge einbringen, in einer außerordentlichen Sitzung wurde eine Shortlist erstellt. Mit deutlicher Stimmenmehrheit ging aus diesem Verfahren eine von Studierendenvertretern vorgeschlagene Person hervor, die nun im Juni zu einem Hearing eingeladen wird. Die bisherigen vom Senat bestimmten Unirats-Mitglieder wurden nach vom Mittelbau initiierten kritischen Hearings mit unterschiedlich hohen Stimmenmehrheiten wiedergewählt.
Weitere künftige Themen, die in einzelnen Arbeitsgruppen unter Beteiligung des Mittelbaus bearbeitet werden, sind neue Emeritierungsrichtlinien und Regelungen für Ehrungen des Senats.

Ilse Reiter-Zatloukal & Michaela Schaffhauser-Linzatti

Wissenschafter: „Die Lehre wird stiefmütterlich behandelt“ – Uni – derStandard.at › Inland

Befristete Stellen und schlechte Karriereaussichten prägen den Unibetrieb – das schlägt sich auch in der Lehre nieder, kritisiert Ruben Schenzle vom deutschen Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft

Quelle: Wissenschafter: „Die Lehre wird stiefmütterlich behandelt“ – Uni – derStandard.at › Inland

so ist es… und deshalb müssen wir für planbare Karrieren sorgen … worum sich unsere Fraktion kontinuierlich bemüht…