Über diese Website

GAKU / PLUM / IG-LektorInnen + versteht sich als Vertretung der Interessen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Universität Wien, unabhängig von Kurien- oder Gruppenzugehörigkeiten.

Unser wichtigstes Anliegen ist, dass die Leistungsträgerinnen und Leistungsträger in Forschung und Lehre, die diese Universität erst gestalten, als solche gesehen werden und eine entsprechende Wertschätzung erfahren.
Dieses Ziel schließt notwendigerweise eine Personalpolitik mit ein, die Chancen eröffnet und planbare Karrieren ermöglicht. Die Menschen an dieser Universität sollen an der Entwicklung der Universität teilhaben und deren Zukunft, damit auch ihre eigene, mitgestalten.
Entscheidungen müssen transparent sein und die Meinung der Betroffenen mitberücksichtigen, was einen Ausbau der inneruniversitären Demokratie und Kommunikation erfordert.

3 Gedanken zu “Über diese Website

  1. Die Wertschätzung gegenüber den tatsächlichen LeistungsträgerInnen ist derzeit bestenfalls temporär für inflationäre Impaktpointmengen, und für Kohle:
    Ein Dozent schreibt mir:I
    Ich bin jetzt seit 2004 Selbstantragsteller, ohne Perspektive auf eine Stelle, irgendwann hat man einfach die Schn… voll …
    Sorry für die deutlichen Worte, aber ich bin wirklich grad nicht in der Stimmung hier Aufbauarbeiten für ein Institut zu leisten, an dem ich nur tolerierter Gast bin, der arbeiten darf, wenn er genug Kohle mitbringt …
    tja, diesem Sittenbild iost wenig hinzuzufügen….
    LG Gert

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  2. Ja, leider ist dem wenig hinzuzufügen, wir könnten unzählige solche Geschichten hier versammeln. Dennoch oder gerade deshalb müssen wir gerade das tun, was oben, gleichsam als unser Missionstatement formuliert, verlangt😉

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  3. Zukunft der Wissensgesellschaft in Österreich

    Liebe KollegInnen,

    Ein durchwachsenes Jahr ging nun zu Ende.
    Da das Zitat einer ehemaligen VizerektorIn der Universität Wien vom besseren Output junger Menschen unter existenziellem Druck zwar unentschuldigt und undistanziert ins Vergessen driftet,
    http://derstandard.at/1397522040137/Unsicherheit-stachelt-zu-Hoechstleistungen-an
    die entsprechende Einstellung zur Führsorgepflicht gegenüber jungen WissenschafterInnen aber leider durchaus prominent in den Dienstverhältnissen persistiert – und sich in den Beschäftigungsmodellen und Entwicklungsplänen der Universitäten konsequent wiederspiegelt – hier etwas zum Nachdenken für den Jahreswechsel:
    http://derstandard.at/2000028024266/Grundeinkommen-bedeutet-Nein-sagen-zu-koennen
    „Bohmeyer: Ich habe das Glück, dass ich selbst ein Grundeinkommen beziehe. Ich habe eine Internetfirma gegründet, und nach vier Jahren Arbeit daran läuft sie so gut, dass ich seit 2014 eine kleine Gewinnausschüttung von 1000 Euro im Monat erhalte, ohne dass ich dafür arbeiten muss. Das hat mein Leben ziemlich verändert. STANDARD: Können Sie die Veränderungen näher erläutern? Bohmeyer: Ich bin kreativer und mutiger geworden. Ich habe mehr Zeit für Reflexion und lebe gesünder – und ich bin vielleicht sogar ein besserer Vater geworden. Es ist ein Wahnsinn, was sich alles ändert, weil Arbeit und Einkommen voneinander getrennt wurden. Ich wollte ausprobieren, ob das bei anderen Menschen genauso wirkt. STANDARD: War das der Fall? Bohmeyer: Es hat gewirkt. Bei fast allen Gewinnern hat sich durch die Veränderung im Materiellen auch etwas im Bewusstsein gewandelt. Die Leute berichten, dass sie besser schlafen und enger mit ihren Familien und ihrem Umfeld zusammenrücken. Aber trotzdem hat niemand aufgehört zu arbeiten – derstandard.at/2000028024266/Grundeinkommen-bedeutet-Nein-sagen-zu-koennen“

    Verantwortliche der Universitäten und insbesondere Mitglieder der ProfessorInnenkurie mögen reflektieren, inwieweit die den Jungen verordnete Lebensweise tatsächlich zu deren Zukunftsperspektiven oder der Entwicklung der Wissensgesellschaft beiträgt oder ob nicht ganz bewusst ein Heer von jungen Menschen zum Dumpinglohn verheitzt und einfach als Impact- Melkvieh von Praedoc- zu Postdocstelle an gleichgesinnte weitervermittelt wird – dies mit dem Chancenreichtum einer Lotterie oder vielmehr eines Kettenbriefes – und somit das Kreativitätspotenzial eher behindert, da die entsprechende Generation in zukunftsangstbetonter Subalternität gefangen bleibt.
    Es muss einmal deutlich gesagt werden: die zaghafte Tenureschiene in der neuen UG Novelle, mancherorts als echtes Tenure System überhöht,
    http://science.orf.at/stories/1763737/
    ist im internationalen Vergleich bezüglich Personalentwicklung
    https://www.ethz.ch/de/die-eth-zuerich/arbeiten-lehren-forschen/personalentwicklung.html
    und Laufbahnkonzepten
    https://www.ethz.ch/content/dam/ethz/associates/services/Anstellung-Arbeiten/Downloads/files/rechtliches/Funktionen.pdf
    doch recht bescheiden, und die Folgen sind längst manifest: immer weniger erfahrene UniversitätslehrerInnen stehen einem Heer von verunsicherten und verschulten Studierenden und ExistenzlektorInnen gegenüber.
    Ein Weg zur nachhaltigen Wissensgesellschaft sollte gegensteuern. Das bedeutet auch das Überdenken von (Pestige)Investitionen und damit meine ich nicht das Andenken ener Fächerreduktion und selektiveren Zugang zu den Leistungen der Universität, wie bereits bedauerlicherweise angedeutet,
    http://derstandard.at/2000027842167/HammerschmidWenn-man-so-weitermacht-riskiert-man-alles?ref=rec
    sondern gemeinsame Nutzung von teuren Grossgeräten, Nutzung und verantwortungsbewusste Wartung guter alter Gebäude statt Neubauten und auch Umschichtungen zugunsten der unter massiven Qualitätsdruck geratenen Lehre und ein Programm zur Bewahrung kulturell und grundlagenwissenschaftlich wichtiger Fächer, auch wenn diese momentan von Lobbyisten ins überkommene Eck gestellt werden. Die Einführung von Lehramtsstudien gemeinsam mit Pädagogischen Hochschulen ist jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Es muss aber klar sein, dass der absolut notwendige Arbeitsaufwand, der hier geleistet werden muss, auch genügend erfahrenes und dafür aufgeschlossenes Personal braucht, also einen neuen Mittelbau, und nicht nur neue mehrheitlich impactfokussierte, an der Lehre nur sekundär interessierte AbteilungsleiterInnen.
    Die letzten Zehn Jahre brachten aber leider den umgekehrten Trend: an der Universität Wien wurde bestes Lehrpersonal durch „Nichtverlängerung“ trotz gegebenen Bedarfes kalt entsorgt und so die Anzahl an Kernpersonal (voll und unbefristet angestellt) mehr als halbiert. Kurzfristig angestelle Prae- und Postdoc bringen im allgemeinen einfach nicht die Erfahrung für hochwertigen Unterricht mit, und können sich aufgrund des enormen Publikationsdrucks auch gar nicht darauf konzentrieren. Dies wird einfach nicht zur Kenntnis genommen!
    Das universitätspoloitische Experiment UG2002, im Prinzip verantwortlichen alle Entscheidungskompetenz zu geben, führte also zu einer Herabwirtschaftung der Lehre zugunsten des Impacthypes, also zu einer Elitarisierung unter Vernachlässigung des gesetzlichen Auftrages zu besserer Betreuung der Studierenden. Der Ansatz, das Kind jetzt durch weiter Studienzugangshürden gemeinsam mit dem zu kleinen Bad auszugießen, ist eine perspektivelose Katastrophe.
    Eine Trendwende ist unbedingt erforderlich, das Ministerium muss weit entschiedener gegensteuern.

    mit besten Grüßen für ein gutes neues,
    von ehrlichem Miteinander
    geprägtes Jahr

    Gert Bachmann

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